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Leichnam der Kuh. Aus einem Transistorradio rieselt leise Studio Burgenland. Eine Sense an der Wand kündigt Bedrohliches an. Zwei Hocker und ein improvisiertes Tischchen strahlen etwas Wohnzimmeratmosphäre aus.
Hinter einem Verschlag befindet sich Pipi, der gelegentlich schnaubt und grunzt.
Rund um die Kuh knien die Mutter, Franz und Sissi (alle in Schwarz) sowie Karl, der eine Gendarmerieuniform trägt. Sie sprechen ein Vaterunser. Bekreuzigen und erheben sich. Franz hinkt beim Gehen, er hat einen Klumpfuß.
Pipi grunzt hinter seinem Verschlag. Die Mutter verlässt den Stall. Franz stellt den Hocker neben den Kopf der Kuh, setzt sich und streichelt ihn.

Regieanweisung „Todestag“ - Stücke

 

Nehmen wir also einmal an, je hundert oder tausend Europäer, Amerikaner, Südamerikaner, Asiaten und Afrikaner werden Formulare unterbreitet oder Computer vor die Nase gesetzt. Es gilt, gewisse Aufgaben zu lösen. Dazu läßt man die Uhr ticken. Das Ganze nennt sich: "Wir Menschen der Welt messen unsere Intelligenz. Damit wir wissen, wer von uns die Besten sind." Am Ende werden die Ergebnisse ausgewertet, die Punkte zusammengezählt, selbstverständlich analysiert und kommentiert, Rückschlüsse gezogen und allgemeine Erkenntnisse formuliert. So weit, so infantil.

Selbstverständlich aber werden die Wissenschafter - denn die sind ja nicht dumm - die jeweiligen ethnischen, kulturellen, kulturhistorischen, soziologischen, psychologischen, gesellschafts- und realpolitischen, altersspezifischen, religiösen Faktoren und Eigenheiten der Europäer, Amerikaner, Südamerikaner, Asiaten und Afrikaner in der didaktischen Gestaltung ihrer Testformulare und Computerprogramme berücksichtigt  haben. Schließlich dient die Wissenschaft dem Gral der Objektivität, nicht dem Mistkübel der Spekulation.

Aber auch die noch so differenzierende Auswahl der Testkriterien ist schon höchst problematisch, um nicht gleich zu sagen untauglich. Wie wird sich Intelligenz jemals messen lassen, wenn sie nicht die Annäherung an den tieferen, intuitiven Kern der menschlichen Seele, der Seele der Völker, an das schöne Eigene, das unverwechselbare Selbst beinhaltet? Das schöne Eigene und das unverwechselbare Selbst aber entziehen sich der Messbarkeit. Die Empirie müßte schweigen, wo sie nichts zu suchen hat.

Die verführte Intelligenz - Kommentare, Reden, Offene Briefe

 

 
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