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Aktivisten zweier Generationen
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Projekt Jugendhaus

 

Die ersten Gespräche bzgl. eines Jugendhauses Oberwart fanden zwischen der damaligen oberwarter Schuldirektorin und späteren Nationalsratsobgeordneten und Volksanwältin Eveline Messner sowie Peter Wagner und Dr. Ferdinand Mühlgassner im Frühjahr 1980 statt. Erstmals schienen sich plötzlich auch politisch Verantwortliche Sorgen über das auch in der Provinz zunehmend wahrnehmbare Drogenproblem unter Jugendlichen zu machen.
Die Aktionsgruppe „Oawaschlschluifer“ integrierte in seine Aktionswochen „Ausnahmsweise Oberwart“ ein Symposium zum Thema Jugendhaus, an dessem Ende die Gründung des „Verein Jugendhaus“ stand.

 

Jugendliche Aktivitäten um städtische Freizeitprobleme:
Ein Jugendhaus in Oberwart

Oberwart. – Eine Gruppe junger Leute hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Entstehung eines Jugendhauses in Oberwart voranzutreiben. Obwohl der Stadt Oberwart innerhalb des Südburgenlandes eine zentrale Bedeutung zukommt, existiert kaum ein permanentes Freizeitangebot für Jugendliche. Diese Jugendhaus-Initiative geht von einer Gruppe engagierter junger Leute aus, die sich in den letzten Monaten laufend erweitert hat und zuletzt im Verein „Jugendhaus Oberwart“ zusammengefunden hat.

Dieser Verein betrachtet sich als unabhängig von irgendeiner Parteilinie oder einer bestimmten verbindlichen Weltanschauung.

Ziel dieser Initiative ist es, die Wünsche und Bedürfnisse der verschiedenen Jugendlichen au Oberwart und Umgebung in Sachen Freizeit zu eruieren und sie programmmäßig zu artikulieren, im Sinne weg vom blindwütigen Konsumieren im Gasthaus und vor den Fernsehgeräten.

Die Leute um den Oberwarter Literaten Peter Wagner sehen in dem geplanten Jugendhaus zunächst einmal einen Treffpunkt, einen Treffpunkt für alle Lehrlinge, Schüler, Arbeiter, Studenten und sonst wie Berufstätige. Darüber hinaus soll es aber vor allem ein Ort sein, an dem man einzeln oder in Gruppen jenen Interessen nachgehen kann, die jeder zur Entfaltung seiner eigenen Person verfolgt oder verfolgen will.

Jedenfalls soll das ganze nicht zu einem langweiligen, uninteressanten Unternehmen werden. Deshalb ist man bei dieser Gruppe junger Menschen auf möglichst viele verschiedenen Interessen angewiesen.

Diese engagierten Jugendlichen führen während der Oberwarter „Inform“ einen eigenen Stand, an dem sie die einzelnen Interessierten Jugendlichen über das gewünschte Oberwarter Jugendhaus bestens informiert werden können. Nebenbei besteht für jeden Interessierten die Möglichkeit, diesem Verein beizutreten, egal ob als ständig engagierter Mitarbeiter oder als Gelegenheitsbesucher des Jugendhauses und der Vereinssitzungen.

Und für jene, die nicht aktiv mitarbeiten wollen, wird die Möglichkeit eingeräumt, als außerordentliche Mitglieder den Verein mit einem jährlichen Betrag zu unterstützen.

Ein Haus, das für die Zwecke des Vereins „Jugendhaus Oberwart“ bestens geeignet wäre, befindet sich in der Oberwarter Lisztgasse hinter dem Kino. In dieser Beziehung sind die Verhandlungen schon einigermaßen weit gediehen.

Am kommenden Sonntag, dem 7. September – zwei Tage nach dem bvz-Familienfest auf der Oberwarter „Inform“ – findet für alle am Jugendhaus Interessierten um 16.00 Uhr ein gemeinsames Treffen vorm neuen Stadion – beim roten Punkt – statt.

BVZ, September 1980

 

 

Aktion für Jugendhaus in Oberwart
Im Rahmen der Aktion „Ausnahmsweise Oberwart“ wurde auch auf ein zentrales Thema aufmerksam gemacht, nämlich die Schaffung eines Jugendhauses für die interessierten jungen Leute dieses Raumes.

Es wurde ein Vorstand gebildet, dessen Obmann Arno Truger und dessen Obmannstellvertreter Dr. Ferdinand Mühlgassner, nun gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern, zu denen auch der junge Dichter Peter Wagner gehört, die Forderungen konkretisieren und auch Verhandlungen mit den kompetenten kommunalen und politischen Vertretern der Stadt Oberwart führen. Die Chancen, dieses Haus demnächst zu realisieren, stehen gar nicht schlecht, haben doch die Jugendlichen bereits ein geeignetes Objekt gefunden, es handelt sich um ein Haus in der Lisztgasse hinter dem Kino, das ihnen für ihre zukünftigen Pläne als ideal erscheint.

Um dieses Jugendhaus aber schon jetzt bei den jungen Menschen dieser Region in ständiger geistiger Präsenz zu halten, wird natürlich für diese Idee auch tatkräftig geworben. So hat man bei der „Inform“ einen eigenen Stand errichtet, wo junge Interessenten die Möglichkeit hatten, sich über das geplante Haus zu informieren und auch selbst Wünsche und Anregungen zu deponieren.

Mit Hilfe eines aufgelegten Flugzettels versuchen die Initiatoren, vorerst einmal die Wünsche der Jugendlichen zu erfrage, man versucht, Schwerpunkte herauszufinden, die den Betrieb des Hauses einmal den Bedürfnisseen entsprechend planen helfen sollen. So wird erfragt, wo die Schwerpunkte der Aktionen liegen sollen, ob man eher mit Hobby- oder Diskussionsgruppen arbeiten will, ob Ausstellungen und musikalische Veranstaltungen im Wunschkatalog der jungen Oberwarter enthalten sind. Eines will man auf jeden Fall: weg vom stupiden Freizeitverkehr im Gasthof oder vor dem Fernseher. Dass man dabei auch auf jede Art von parteipolitischer und weltanschaulicher Fixierung oder Werbung verzichten will, ist sicherlich als Positivum zu verzeichnen.

So kann man nur hoffen, dass bei etwas gutem Willen schon demnächst ein Jugendhaus in Oberwart zu den Attraktivitäten dieses Raumes in punkto aktiver Freizeitbewältigung zählt.

BURGENLÄNDISCHE FREIHEIT, September 1980

 

Am 11.11.1980 erfolgte die Schlüsselübergabe für ein Jugendhaus in Oberwart. In dem vormals als Lagerhalle für die BEGAS dienenden Gebäude in der Lisztgasse 12 in Oberwart hatten die Oberwarter bereits in den Fünfzigerjahren Theater gespielt. Das Jugendhaus konnte einige fruchtbare Jahre verbuchen, ab der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre war der Verschleiß bei den Agierenden zu groß und wohl auch die Geberlaune der Förderer zu sehr erloschen, als dass das Experiment erfolgreich weitergeführt werden hätte können. Schließlich rettete ein Lehrgang mit Langzeitarbeitslosen unter der Patronanz des jungen Arbeitsmarktbetreuers Horst Horvath das Haus, aus dem im Jahr 1989 das Offene Haus Oberwart (OHO) wie Phönix aus der Asche entstieg. Siehe dazu auch die Eröffnungsrede des Offenen Hauses Oberwart Ich eröffne (1989) sowie den Festvortrag zur Eröffnung des neuen Offenen Hauses Oberwart (1997) .

 


Heimspiel - Rebellion im Grenzland

Die im Südburgenland beheimatete Filmemacherin Katrien Laschalt hat gemeinsam mit dem Filmemacher Reinhard Jud eine Dokumentation über die Entstehung des Jugendhauses Oberwart (Kamera Rainer Tuider), aus dem später das Offene Haus Oberwart wurde, gedreht. Vor genau 25 Jahren, am 11.11.1980 zog der "Verein Jugendhaus"(siehe oben) in das Gebäude in der Lisztgasse 12 in Oberwart ein und leitete damit eine neue Phase kultureller Emanzipation junger Menschen im Südburgenland ein.
Der Film wurde am 16. Dezember 2005 im Offenen Haus Oberwart erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Leider war und ist das mediale Echo auf den Film für die Autoren - mit recht - ungenügend. Freies Filmschaffen besitzt im Burgenland keinen eigenen gesellschaftlich anerkannte Stellenwert. Weil das Land weder im journalistischen noch im kulturpolitischen Sinne den autochton entstehenden Film als benennenswerte Größe in das gesellschaftliche Bewusstsein einzuordnen vermag.


Filmaufnahmen im Offenen Haus Oberwart

Der Film ist als DVD erwerbbar. Kontakt: OHO.


 

Aktionen Peter Wagner

Ausnahmsweise Oberwart
Eröffnungsreden Offenes Haus Oberwart
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